Zur Sprachwahl
Zur Metanavigation
Zur Sucheingabe
Zur den Bannertabs
Zur Hauptnavigation
Zum Inhalt
Header Mobile Header

    5. Mitteldeutsche Intensivpflegetage • I 130

    27.09.17 | 09:45 – 10:30 Uhr

    Veranstaltungsart
    Seminar, 5. Mitteldeutsche Intensivpflegetage
    Veranstaltungsort
    Saal 1, Ebene +1
    Kategorie
    Intensivpflege
    Vorträge

    Akademisierung der klinischen und außerklinischen Intensivpflege

    Agenda

    Akademisierung der klinischen und außerklinischen Intensivpflege
    Tobias Becker - BG Klinik Murnau
    Hein Wolf - advita Pflegedienst GmbH

    Akademisierung in der klinischen Pflege
    Nach Schätzungen des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) fehlen heute rund 30.000 Pflegekräfte in Deutschland [1]. Bis im Jahr 2025 werden aufgrund der steigenden Zahlen von pflegebedürftigen Menschen ca. 400.000 zusätzliche Pflegende benötigt. Die Bundesagentur für Arbeit versucht diesem Umstand entgegenzuwirken und initiiert Umschulungen für Arbeitslose und versucht professionell Pflegende aus dem Ausland zu gewinnen. Im Rahmen von Jobbörsen werden in der Europäischen Union Informationsveranstaltungen durchgeführt, vor allem in den Ländern mit einer hohen Arbeitslosenquote wie z.B. Spanien und Griechenland.
    Der Deutsche Pflegerat warnt seit Jahren vor dem Stellenabbau in den Krankenhäusern. Das Deutsche Institut für Pflegeforschung e.V. (dip) beschreibt einen dramatischen Pflegekräfte Stellenabbau in den Krankenhäusern mit der Folge, dass die Patientenversorgung ernsthaft gefährdet ist [2].

    Die Akademisierung in der klinischen Intensivpflege wurde in fünf Dimensionen und deren zugehörigen Indikatoren kategorisiert und im Rahmen von Experteninterviews reevaluiert. Job enrichment: Konzeptionelle Arbeit, Evaluative Arbeit, Expertenstatus, Prozess-/Struktur-/Beschwerdemanagement Gehalt / Lohn: Tarifliche Rahmenbedingungen, leistungsbezogenen Bezahlung Gesellschaftliche Anerkennung: Öffentliche Wahrnehmung, Medienpräsenz, Darstellung bei Veranstaltungen Personalquantität: Pflegethermometer 2012, Pflegenotstand, demographische Entwicklung Fehlende Evidenzbasierung: Strukturen der Aus-, Fort-, Weiterbildungen, Entwicklung von Empfehlungen.

    Die Leitfragen des Experteninterviews lauteten:

    Was verbinden Sie mit dem Begriff Akademisierung in der Pflege?
    Was verbinden Sie mit dem Begriff Fachkräftemangel in der Pflege?
    Hat die Akademisierung Auswirkungen auf den Fachkräftemangel?
    Was ist Ihrer Meinung nach ein Lösungsansatz gegen den Fachkräftemangel?

    Der Begriff „Akademisierung in der Pflege“ wird unter professionell Pflegenden unterschiedlich verstanden. Alle Interviewpartner beschreiben die Notwendigkeit der Implementierung pflegewisschenschaftlicher Erkenntnisse in den praktischen Pflegealltag.
    Mittelfristig wird die „Akademisierung in der Pflege“ durch die Experten als positiv bewertet.

    Die Akademisierung wird von professionell Pflegenden als ein Baustein wahrgenommen, der den Fachkräftemangel reduziert. Dies ist bedingt durch die daraus basierende Weiterentwicklung der professionell Pflegenden durch akademisierte Pflegende, wie auch die Steigerung der Attraktivität des Berufsbildes für Berufseinsteiger.

    Der Begriff Akademisierung in der Pflege in seiner Komplexität muss innerhalb der Berufsgruppe der professionell Pflegenden publik gemacht werden. Primär sind es die Pflegenden selbst, die mit ihrer Expertise sowie die Politik (z.B. Deutscher Pflegerat, Pflegekammer) das Gesundheitssystem und vor allem die Gesellschaft selbst die Lösungsansätze gegen den Fachkräftemangel bieten können. Aufgrund des demographischen Wandels ist es notwendig, die existentiellen Versorgungsfragen der Menschen dieser Gesellschaft mit professionellen Pflegeleistungen durch akademisierte Pflegende zu klären. Egal, ob professionell Pflegende, Fachpflegende oder akademisierte Pflegende, im Mittelpunkt aller muss die professionelle Versorgung unserer Gesellschaft stehen. Hierzu gilt es, den immer komplexeren Versorgungsprozess auf wissenschaftlich basierte Grundlage zu evaluieren und zu praktizieren.

    Es liegt an uns: „Wir müssen gemeinsam die Zukunft gestalten“.

    [1] Enste D, Eyerund Th: Der Pflegemarkt 2013 - Professionalisierung und Personalbedarf. In: dpq.Magazin, (01) 0947 - 4285, 2013, 6 - 7
    [2] Isfort M, Weidner F, Gehlen D: Pflege-Thermometer 2012. Eine bundesweite Befragung von Leitungskräften zur Situation der Pflege und Patientenversorgung auf Intensivstation im Krankenhaus. Köln, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V., 2012, S 17.
    [ 3 ] Medienabteilung: Krankenschwester im Akutpflegebereich. Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, 2014
    [4] Weidner F, Isfort M: Pflegethermometer 2007 - Eine bundesweite repräsentative Befragung zur Situation und zum Leistungsspektrum des Pflegepersonals sowie zur Patientensicherheit im Krankenhaus. Köln, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V., 2007.
    [5] WR: Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen, Berlin, Drs. 2411 - 12, 13 07 2012

    Akademisierung in der außerklinischen Pflege
    Einleitung
    Der Pflegebereich wird sich in den kommenden Jahren großen Herausforderungen stellen. Der demographische Wandel geht mit tiefgreifenden Veränderungen des Versorgungsbedarfs einher, da die zunehmende Zahl älterer Menschen eine wachsende Zahl multimorbider, chronisch kranker und pflegebedürftiger Menschen zur Folge hat. Dies führt neben der quantitativen auch zu einer qualitativen Veränderung des Versorgungsbedarfs. Die genannten Phänomene betreffen ebenso die Intensivpflege. Die jährlich steigende Fallzahl der außerklinisch intensivpflegerische zu Versorgenden spiegelt dies eindrucksvoll wider.

    Problemdarstellung
    Der steigende Bedarf an ambulanter und außerklinischer intensivpflegerischer Versorgung wird zukünftig in den momentan vorzufindenden Versorgungssettings nicht allein durch Vergrößerung der Fachkräfteressourcen zu kompensieren sein. Fragen der Effizienz, der Qualität und innovative Lösungsansätze werden u.a. zentrale Themen sein.

    Lösungsansatz
    Neben der Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufs als wichtige Komponente zum Ausbau der Personalressourcen und der Minimierung der Fluktuation aus der Pflege, bedarf es neuer Denkweisen und Konzeptionen. Die traditionelle Ausübung und Organisation der Pflege wird den Anforderungen nicht standhalten können. Die Akademisierung bringt in das Versorgungssystem eine theoretische, international geprägte Expertise, welche das Umdenken erleichtern kann. Dabei steht nicht nur die Professionalisierung im Sinne einer Verbesserung der Qualitätsmerkmale im Vordergrund, sondern auch die wissenschaftsbasierte Entwicklung neuer Versorgungskonzepte, welchen der Theorie-Praxis- Transfer gelingt. Themen, wie der zukünftig gestaltete Skill- und Grad-Mix, Evaluation bestehender Pflegeinterventionen und auch die Auseinandersetzung mit neuen Konzepten z.B. im Bereich der außerklinischen Intensivpflege werden Antworten auf die Frage nach der drohenden Versorgungslücke im Bereich Pflege geben müssen.

    Fazit
    Die Akademisierung innerhalb der Pflegeberufe allein wird nicht die Lösung für das Schließen der pflegerischen Versorgungslücke darstellen. Jedoch können von hier entscheidende Impulse kommen, welche die Attraktivität, die Stellung und Notwendigkeit innerhalb der Gesellschaft und die quantitative und qualitative Effizienz der Pflege auch in der transdisziplinären Zusammenarbeit mit den anderen Fachberufen im Gesundheitswesen beeinflussen.

    Impressum| Datenschutz| Leipziger Messe GmbH, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig © Leipziger Messe 2019. Alle Rechte vorbehalten