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    5. Mitteldeutsche Intensivpflegetage • I 135

    27.09.17 | 16:00 – 17:15 Uhr

    Veranstaltungsart
    5. Mitteldeutsche Intensivpflegetage, Seminar
    Veranstaltungsort
    Saal 1, Ebene +1
    Kategorie
    Intensivpflege
    Referenten
    Vorträge

    Wirkungsweise der Bauchlagerung bei ARDS -Patienten auf die Ventilationsverteilung in der Lunge • Der palliative Intensivpatient

    Agenda

    Wirkungsweise der kompletten Bauchlagerung bei ARDS -Patienten auf die regionale Ventilationsverteilung in der Lunge
    Sören Hammermüller - advita Pflegedienst GmbH

    Einführung
    Die Bauchlagerung (BL) ist bei schwerem ARDS mit einem Überlebensvorteil assoziiert.(1) Die Mechanismen der BL-Effekte sind unvollständig geklärt. Sowohl umgekehrte Schwerkrafteinflüsse, als auch Veränderungen des Ventilation/Perfusions-Verhältnisses (V/Q) beeinflussen den Gasaustausch.(2,3)

    Ziel
    Untersuchung der regionalen Ventilation mithilfe der elektrischen Impedanztomografie (EIT) vor, während und nach BL bei ARDS-Patienten. Die Ventilation wurde im Kontext mit Oxygenierung und Atemmechanik interpretiert.

    Methoden
    Mit positivem Votum der Ethik-Komission der Universitätsklinik Leipzig (AZ 083-14-10032014) wurde bei 6 ARDS-Patienten mit klinischer Indikation zur BL 30min vor BL (baseline), 30min nach BL (30‘-BL), 30min vor Ende der BL (Ende-BL) und 30min nach Rücklagerung (30‘-RL) der PaO2 (FiO2=1) und die Compliance (respiratorisches System, Crs) gemessen. Zur Beurteilung der regionalen Ventilation mittels EIT (Swisstom BB², Landquart, Schweiz) wurde der „Center of Ventilation“ (CoV) errechnet.4 Hierbei wird die relative Impedanzänderung pro Pixelzeile der EITMatrix über 10 Atemzüge als gewichtetes Histogramm dargestellt. In Bezug auf den Thoraxdurchmesser beschreibt 100% rein dorsale und 0% rein ventrale Ventilation. Es wurden der Wilcoxon-Tests durchgeführt. Alle Daten sind als Median und (0,25-0,75) Quantil angegeben.

    Ergebnisse
    Die BL dauerte 13 (11-15)h. Der PEEP war 13,5 (10,3-14,8) cmH2O. Der PaO2 änderte sich von baseline (157, 101-211mmHg) zu 30‘-BL (166, 140- 237mmHg) nicht signifikant (p=0,13), stieg jedoch zu Ende-BL (376, 311-436mmHg, p=0,013) und 30‘-RL (346, 271-436mmHg, p=0,016) signifikant. Der CoV verlagerte sich durch BL nach dorsal (baseline 48, 45-61% vs. 30‘-BL 61, 52-67%, p=0,063). Der CoV blieb während BL konstant (Ende-BL 63, 57-68%). Zu 30‘-RL (57, 55-61%) blieb der CoV weiter dorsal, als zu baseline. Die Crs sank von baseline 33,8 (18,9- 54,3) zu 30‘-BL auf 25,1 (5,4-33,7)ml/cmH2O und stieg von Ende-BL 29,9 (10,9-46,6) wieder 30‘-RL auf 32,6 (18,6-48,3) cmH2O an.

    Schlussfolgerung
    In dieser Pilotstudie verlagerte sich die Ventilation zeitnah nach BL in die dorsalen, besser perfundierten Lungenregionen. Zu Ende-BL war ein höherer PaO2 feststellbar. Die von baseline zu 30‘-BL verminderte Crs könnte durch reduzierte Thoraxwand-Compliance erklärt werden. Die unveränderte Crs nach BL spricht gegen persistierende Rekrutierungseffekte. Unsere Ergebnisse deuten auf eine gesteigertes funktionelles Lungenvolumen und V/Q Verbesserung als dominierenden Effekt der BL hin.

    Literatur
    (1) Guérin C NEJM 2013, (2) Gattinoni L NEJ M 2001, (3) S2e Leitlinie „Lagerungstherapie“, (4) Frerichs I AJRCCM 2006

    Der palliative Intensivpatient

    Silvia Bock - Universitätsklinikum Halle (Saale)

    Palliativ- und Intensivmedizin scheinen sich per Definition auszuschließen. Während im Bereich der Palliativmedizin das Sterben akzeptiert und die Prämisse auf der Lebensqualität und der Symptomkontrolle des Patienten sowie das Einbeziehen seiner Angehörigen gelegt wird, steht auf der Seite der Intensivmedizin der kurative Gedanke an erster Stelle. Der Tod wird hier oft als Niederlage oder Versagen empfunden. Jedoch sollte die Palliativmedizin nicht als Gegensatz zur Intensivmedizin verstanden werden, sondern als Ergänzung.

    Der Vortrag „Der palliative Intensivpatient“ soll genau dies thematisieren und unter anderen folgenden Fragen beantworten:

    • Kann Palliativmedizin sinnvoll Einzug auf der Intensivstation halten? Und wenn ja, wie?

    • Besteht die Möglichkeit der Konsensfindung zwischen palliativem und kurativem Ansatz?

    Ergänzend zu den aufgeworfenen Fragen, sollen auch für dieses Thema relevante Begrifflichkeiten näher beleuchtet werden.

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