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    ADVANCE CARE PLANNING (ACP) in stationären Pflegeeinrichtungen - die praktische Umsetzung! Wie? Was? Wo? • S 210

    28.09.17 | 11:15 – 12:30 Uhr

    Veranstaltungsart
    Seminar
    Veranstaltungsort
    Mehrzweckfläche 3, Ebene 0
    Kategorie
    Palliativmedizin
    Referenten
    Agenda

    Von der Patientenverfügung zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

    Der medizinische Fortschritt ermöglicht vielen Menschen ein langes und gesundes Leben bis ins hohe Alter. Er eröffnet aber auch zahlreiche Handlungsoptionen, die Entscheidungen für oder gegen die Aufnahme oder Begrenzung lebenserhaltender Behandlungen erfordern. Viele Menschen sind zu dem Zeitpunkt, an dem diese Entscheidungen getroffen werden müssen, nicht (mehr) in der Lage, sie selbst zu treffen. Von den Möglichkeiten durch die Vorsorgeinstrumente Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung Vorsorge für diese Situation zu treffen, wird oft nicht oder nicht in ausreichend tragfähiger Weise Gebrauch gemacht. Damit sind die Wünsche der Betroffenen in vielen Fällen nicht bekannt und können somit weder berücksichtigt werden, noch können sie eine Handlungsorientierung für die an der medizinischen Versorgung Beteiligten bieten.

    Um hier Abhilfe zu schaffen und eine wirksame Vorsorge für den Fall des Verlustes der Fähigkeit, sich unmittelbar an Behandlungsentscheidungen zu beteiligen, zu ermöglichen, hat sich international das Konzept des „Advance Care Planning“ (ACP) entwickelt und bereits in ersten Modellprojekten auch in Deutschland Fuß gefasst.

    Ziel dieses Konzeptes ist es, die Betroffenen auch dann entsprechend ihren individuellen Wünschen zu behandeln, wenn sie sich selber nicht (mehr) zu ihrer medizinischen Behandlung äußern können. Inhaltlich beruht eine derartige Vorausplanung auf zwei Säulen: Die erste Säule bildet ein mehrzeitiger kommunikativer Prozess, innerhalb dessen die Wünsche der Betroffenen an ihre zukünftige medizinische Behandlung, vor allem auch in Notfallsituationen, ermittelt, anwendungstauglich (in differenzierten, individuellen Patientenverfügungen) dokumentiert und bei Bedarf aktualisiert werden.

    Qualifizierte Gesprächsbegleiter bieten die Gespräche, an denen der Betroffene und sein (zukünftiger) rechtlicher Vertreter sowie andere relevante Personen teilnehmen, an. Ist der Betroffene nicht mehr in der Lage, sich selbst unmittelbar rechtsverbindlich zu beteiligen, wird das Gespräch seinem rechtlichen Vertreter angeboten. Damit sollen die Wünsche des Betroffenen rechtzeitig ermittelt und dokumentiert werden.

    Die Bedeutung einer derartigen Weiterentwicklung der Vorsorge für den Fall des Verlustes der Einwilligungsfähigkeit hat auch der Gesetzgeber erkannt:

    Im 2015 verabschiedeten Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) wurde in § 132 g SGB V das Angebot einer „Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase“ in Pflegeeinrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe verankert. Den Bewohnern und ihren rechtlichen Vertretern kann damit erstmals durch diese Institutionen eine von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Beratung zur gesundheitlichen Versorgungsplanung angeboten werden.

    Ausgehend von den internationalen und ersten nationalen Erfahrungen ist davon auszugehen, dass es auch außerhalb der Alten- und Behindertenhilfe eine steigende Nachfrage nach derart qualifizierten Vorausplanungen geben wird.

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