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    Dekubitus oder inkontinenzassoziierte Dermatitis? (S 1.4)

    Entstehung, Klassifizierung und Herausforderungen für die Praxis

    18.09.19 | 10:00 – 11:00 Uhr

    Veranstaltungsart
    Seminar
    Kategorie
    Wundversorgung
    Referenten

    Charité-Universitätsmedizin Berlin
    Frau Dr. Elisabeth Hahnel

    Agenda

    Hautinspektion und Hautpflege stellen in der Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege und Laienpflege einen Großteil des täglichen pflegerischen Handelns dar. Vor allem in der Versorgung von Menschen mit Selbstpflegedefiziten und/ oder eingeschränkter Mobilität (ob kurz- oder langfristig) treten Dekubitus und die inkontinenzassoziierte Dermatitis (IAD) immer wieder auf.

    Der Dekubitus ist eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/ oder des darunterliegenden Gewebes infolge von Druck oder Druck in Kombination mit Scherkräften (NPUAP, EPUAP 2014). In der klinischen oder häuslichen Versorgung aber auch in der Ausbildung kommt es immer wieder zu Problemen in der Abgrenzung zu anderen Hautschäden. Dies ist besonders problematisch, da das Neuauftreten (Inzidenz) in der pflegerischen Versorgung häufig ist. Die derzeitige Evidenz berichtet eine Inzidenz des Dekubitus von 0,8% - 34% (Hahnel et al. 2017, Tomova-Simitchieva et al. 2018). Dabei gilt die Dekubitusinzidenz in Deutschland als Marker für die Pflegequalität. Eine besondere Herausforderung in der Pflegepraxis stellt die Unterscheidung des Dekubitus zur IAD dar. Die derzeitige Studienlage berichtet Inzidenzen von 3,4% bis 25% (z.B. Borchert et al. 2010; Long et al. 2012). Die IAD ist eine, durch Exposition gegenüber Urin und/ oder Stuhl hervorgerufene, Hautschädigung. Diese irritative Form der Kontaktdermatitis wird zudem von zu hoher Hautfeuchtigkeit, Reizstoffen aus Urin und Stuhl (z. B. Verdauungsenzyme), erhöhter Hauttemperatur (z. B. aufgrund von okklusivem Inkontinenzmaterialien) und wiederholten Hautreinigungsaktivitäten im Genitalbereich verstärkt. In der Pflegepraxis ist die Abgrenzung von Dekubitus und IAD immer wieder herausfordernd, daher soll die Zielstellung des Vortrages die Ätiologie, Klassifizierung und detaillierte Darstellung der Unterschiede als auch Herausforderungen in der Differenzierung sein. Folgende „Take home messages“ werden fokussiert:

    • Das Wissen über die Ätiologie und Klassifizierung sind unerlässlich um begründete Entscheidungsalgorithmen anwenden zu können;
    • Das Erkennen und Einschätzen von Risikofaktoren als auch die Behandlung und Pflege dieser schwerwiegenden Hauterkrankungen sind grundverschieden;
    • Der Dekubitus entwickelt sich aus den tiefen Hautschichten heraus, die IAD ausschließlich durch äußere Einflüsse;
    • Anhand von unterschiedlichen Klassifizierungssystemen (z.B. GLOBIAD für die IAD und NPUAP/EPUAP für Dekubitus) kann die Einschätzung und Abgrenzung vereinfacht sein und dem Versorgenden/ Pflegenden helfen adäquate Handlungs – und/oder Präventionsstrategien abzuleiten.

    Literatur:

    • Borchert K, Bliss DZ, Savik K, Radosevich DM. The incontinence-associated dermatitis and its severity instrument: development and validation. J Wound Ostomy Continence Nurs. 2010 Sep-Oct; 37 (5): 527-535.
    • Hahnel E., Lichterfeld A., Blume-Peytavi U., Kottner J. The epidemiology of skin conditions in the aged: a systematic review. Journal of Tissue viability. 2017; 20-28 (26).
    • Long MA, Reed LA, Dunning K, Ying J. Incontinence-associated dermatitis in a long-term acute care facility. J Wound Ostomy Continence Nurs. 2012 May-Jun; 39(3): 318-327.
    • National Pressure Ulcer Advisory Panel, European Pressure Ulcer Advisory Panel and Pan Pacific Pressure Injury Alliance. Prevention and treatment of pressure ulcers: clinical practice guideline. Emily Haesler (ed.). Washington DC: National Pressure Ulcer Advisory Panel, 2014.
    • Tomova-Simitchieva T, Akdeniz M, Blume-Peytavi U, Lahmann N, Kottner J. [The Epidemiology of Pressure Ulcer in Germany: Systematic Review]. Gesundheitswesen. 2018; doi: 10.1055/s-0043-122069. [Epub ahead of print].

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