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    Zugang zu professioneller Unterstützung bei Demenz (S 8.9)

    Gute-Praxis-Empfehlungen des europäischen Actifcare-Forschungsprojektes

    19.09.19 | 15:30 – 16:15 Uhr

    Veranstaltungsart
    Seminar
    Veranstaltungsort
    Mehrzweckfläche 1, Ebene 0, CCL
    Kategorie
    Mitarbeiter / Management
    Referenten

    Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
    Frau Anja Bieber

    Agenda

    Menschen mit Demenz verlieren sukzessive ihre Fähigkeiten alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Angehörige pflegen und unterstützen oft umfangreicher und belastender als bei anderen gesundheitlichen bzw. altersbedingten Problemen. Professionelle Unterstützungsangebote sind teilweise nicht bekannt, schwer erreichbar, entsprechen nicht dem Bedarf oder werden aus verschiedenen Gründen abgelehnt.

    Der Zugang zu professioneller Unterstützung stand im Fokus des europäischen Actifcare-Forschungsprojektes. In acht Ländern (DE, IR, IT, NL, NO, PT, SE und UK) wurden nationale Strukturen der Pflege und Versorgung hinsichtlich Verfügbarkeit und Erreichbarkeit untersucht. Förderliche und hinderliche Aspekte des Zugangs und der Inanspruchnahme wurden identifiziert anhand der Perspektiven professioneller Akteur*innen und von Menschen mit Demenz mit deren Angehörigen. Die Ergebnisse in Form von Gute-Praxis-Empfehlungen sind mit nationalen Stakeholdern abgestimmt. Dies sind unter anderem die folgenden Empfehlungen:

    • Empfohlen wird insbesondere die frühzeitige und kontinuierliche Kontaktmöglichkeit zu einer verantwortlichen Person des professionellen Pflege- und Versorgungssystems.
    • Wichtig ist die am individuellen Bedarf orientierte proaktive und interprofessionelle Beratung.
    • Stärker als bisher sollen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen aktiv an pflege- und versorgungsrelevanten Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Das beginnt mit zielgruppengerechten Informations-, Beratungs- und Schulungsangeboten spätestens ab der Diagnosestellung.
    • Mit zunehmendem Unterstützungsbedarf sind flexible und im individuellen Fall erreichbare Angebote gefragt; getragen von fachlicher und sozialer Kompetenz der professionellen Vertreter*innen.
    • Gesellschaftliche Allianzen und Aktionen für einen sensiblen und wertschätzenden Umgang mit Menschen mit Demenz und deren Familien stellen eine notwendige Basis für die Weiterentwicklung der professionellen Pflege- und Versorgungssysteme und deren Akzeptanz bei den Zielgruppen dar. Potentiale für den verbesserten Zugang zu intensivierter professioneller Unterstützung sind mit demenzspezifischem Wissen der an der Pflege und Versorgung beteiligten Professionen verbunden.
    • Klare Zuständigkeiten und Ablaufschemata ermöglichen eine bedarfsgerechte Steuerung versorgungsrelevanter Prozesse. Die Steuerung ist über Sektorengrenzen hinaus erforderlich. Ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote der Akut- und Langzeitversorgung sind zu verknüpfen, um individuelle Fälle bedarfs- und ressourcenangepasst steuern zu können.

    Unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen der Kranken- bzw. Pflegeversicherung sowie grundlegende Fragen der Personalausstattung und der Personalgewinnung im Spannungsfeld zwischen medizinischer und pflegerischer Versorgung gehen über demenzspezifische Aspekte hinaus, sind aber in diesem Bereich besonders deutlich ausgeprägt.

    Im September 2018 fiel in Berlin der Startschuss für eine im internationalen Vergleich längst überfällige nationale Demenzstrategie. Die Gute-Praxis-Empfehlungen des Actifcare-Forschungsprojektes können einen wichtigen Beitrag leisten, um für die Ausrichtung der nationalen Demenzstrategie Wege zum Erreichen bedarfsgerechter Ziele aufzuzeigen.

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