Leipziger Wundtag 2026: Neue Perspektiven für die Wundversorgung
Wenn sich im September im Rahmen der MEDCARE Expertinnen und Experten aus Pflege, Medizin, Wissenschaft und Industrie zum Leipziger Wundtag treffen, stehen erneut aktuelle Herausforderungen und zukunftsweisende Entwicklungen der Wundversorgung im Mittelpunkt. Das Programm verspricht spannende Einblicke, kontroverse Diskussionen und praxisnahe Impulse für alle, die Menschen mit chronischen und komplexen Wunden begleiten.
Die moderne Wundversorgung entwickelt sich kontinuierlich weiter – fachlich, technologisch und strukturell. Dabei rücken Themen in den Fokus, die bislang oftmals zu wenig Beachtung fanden. So wird Nana Tabiou praxisrelevante Aspekte der Wundbehandlung bei dunkler Hautfarbe beleuchten und damit einen wichtigen Beitrag zu einer differenzierten und patientengerechten Versorgung leisten.
Welche Auswirkungen aktuelle regulatorische Veränderungen auf die Versorgungspraxis haben, wird Norbert Kolbig diskutieren. Sein Vortrag zu erstattungsfähigen Verbandmitteln greift eine Fragestellung auf, die viele Leistungserbringer derzeit beschäftigt und unmittelbare Relevanz für den Versorgungsalltag besitzt.
Ein besonderes Highlight verspricht der Vortrag von Andy Engel. Unter dem Titel „Können Tattoos heilen? Wenn aus Tinte Medizin wird“ zeigt er, wie medizinische Tätowierungen Menschen nach schweren Erkrankungen oder Operationen dabei unterstützen können, ein Stück Normalität und Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Der Vortrag eröffnet einen spannenden Blick auf die Schnittstelle von Ästhetik, Medizin und Lebensqualität und verdeutlicht, dass Heilung oft weit über den rein medizinischen Behandlungserfolg hinausgeht.
Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt Mario Gießler mit seinem Vortrag zum modernen Wundmanagement. Denn erfolgreiche Versorgung bedeutet weit mehr als die Behandlung einer Wunde: Sie erfordert strukturierte Prozesse, interprofessionelle Zusammenarbeit und die konsequente Orientierung an den Bedürfnissen der Betroffenen.
Auch komplexe klinische Fragestellungen werden auf dem Leipziger Wundtag ihren Platz haben. Dr. med. Ina Malmström widmet sich dem diabetischen Fußsyndrom und den infektiologischen Herausforderungen der Wundheilung. Ergänzend dazu zeigt Elke Derichs anhand ausgewählter Fallbeispiele die Bandbreite moderner Wundversorgung – von Dekubitalulzera bis hin zu seltenen dermatologischen Erkrankungen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der aktiven Einbindung von Patientinnen und Patienten in den Behandlungsprozess. Astrid Probst wird aufzeigen, warum Patient Empowerment und Edukation untrennbar miteinander verbunden sind und wie sie den Behandlungserfolg nachhaltig beeinflussen können.
Nicht zuletzt wird Katja Teubner den aktualisierten Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ vorstellen. Die Überarbeitung liefert wichtige Orientierung für die tägliche Praxis und setzt neue Maßstäbe für eine evidenzbasierte und qualitätsgesicherte Versorgung.
Der Leipziger Wundtag 2026 verspricht damit erneut ein Forum für Wissenstransfer, fachlichen Austausch und neue Impulse zu werden. Wir laden Sie herzlich ein, sich bereits heute auf die Themen einzustimmen und gemeinsam mit den Referierenden und Teilnehmenden die Zukunft der Wundversorgung zu gestalten.